Wissenswertes und Gedanken zum Wein

Wußten Sie schon ...

Wissenswertes zum Theama Wein. Hier finden Sie Beiträge aus allen Bereichen des Weins.

Wußten Sie schon ...

...dass sich jedes Weingut in Frankreich Chateau (Schloss) nennen darf, auch wenn es nur ein einfacher Hof ist? Einzige Voraussetzung ist, dass es über eigene Rebflächen verfügt. Der Wein muss nicht einmal unbedingt selbst abgefüllt werden. Erzeugerabfüllungen werden als "Mis(e)en bouteille an chateau" bezeichnet.

... dass Wein in vielen Religionen große Bedeutung hat? Bei den alten Ägyptern galt Osiris – der Bruder der Isis - als erster Weinbauer. Noah pflanzte nach der Sinnflut den ersten Weinstock und gilt daher in der christlichen Religionals erster Winzer.

...dass die älteste Schrift über das Heilmittel Wein von einem Leibarzt zweier Päpste namens Arnuldus von Villanova (1235 bis 1311) stammt?

... dass die ältesten nach der Radiocarbonmethode datierten Traubenkerne aus Georgien aus der Zeit um 5000 v.Chr.stammen? Georgien gilt daher als das Mutterland des Weines.

... das der Begriff Keltern auf das lateinische Wort calcatura zurückzuführen ist, was soviel heißt wie: mit den Füßen treten. Diese Art des Pressens wurde von Kaiser Karl dem Großen verboten?

... dass es über 30 Arten der Weinrebe gibt? Aber nur die Vitis vinifera eignet sich (bis auf Ausnahmen) als Keltertraube. Es existieren ca. 8000 verschiedene Sorten!

... dass Friedrich Engels auf die Frage von Marcel Prust, was er mit dem Begriff „Glück“ verbindet, spontan geantwortet hat: „Ein Chateau Margaux 1848“

...dass ein Schiller-Wein durch Verschnitt aus Rot- und Weißwein hergestellt wird?

Dieser auch als Rotling bezeichnete Wein stellt den Ursprung der Roseerzeugung dar.

Heute wird Rose durch baldiges Abpressen der Rotwein-Maische erzeugt. Die Farbstoffe aus den Beerenhäuten befinden sich dadurch nur in geringem Maße im Most, was eine nur schwache Färbung verursacht.

... dass eine der seltensten Rebsorten, der Schönburger, auch an Saale-Unstrut angebaut wird und zwar vom Weingut Frölich-Hake. Den Namen erhielt dieser Wein aber nicht von der Schönburg bei Naumburg, sondern von der Schönburg bei Oberwesel.

... dass im Wein bis zu 850 unterschiedliche Aromen zu finden sind? Diese Aromenvielfalt ist auch notwendig, wenn man bedenkt, dass Wein zu 85 bis 90% aus Wasser, 10 bis 14% Alkohol besteht und nur wenige % für den Geschmack und den Geruch verantwortlich sind.

Gedanken und Bilder

Bildtafeln

Das Thema Wein beschäftigte Künstler aus allen Epochen. Wein in seinen Spielarten eignet sich auch sehr gut als Fotomotiv, hier einige Tafeln:

Die Bibel und der Wein

Die Bibel ist durchdrungen vom Wein. Er rankt sich durch die heiligen Schriften von der Genesis bis zur Offenbarung des Johannes. An über 400 Stellen der Bibel wird vom Wein, vom Weinstock, vom Weinberg, vom Winzer, von der Traube, von der Rebe oder von der Kelter gesprochen.

Dabei begegnen sich immer zwei Ebenen: die menschliche und die göttliche. Der Wein erfährt durch seine Behandlung als Nahrungs,- Genuss- und Heilmittel sowie als Opfergabe eine reiche symbolische Verwendung. Schließlich erhält der Wein durch Jesus eine religiös transzendente Würde, wie außer Brot keinem anderen von Menschenhand gewonnenen Naturprodukt zu Teil geworden ist.

Bier, das durchaus neben Wein bis in die höchsten Kreise getrunken wurde, erfährt keine vergleichbare Behandlung in der Bibel.

Schon im ersten Buch Moses (Genesis) stoßen wir auf den Weinbau. In der Tat hat die Weinkultur ein ehrwürdiges Alter, Weinbau lässt sich bereits vor 6000 Jahren nachweisen. Die älteste Kelter wurde bei Damaskus gefunden. Bereits im 4. Jahrtausend v.Chr. gibt es aus Ägypten schriftliche Anhaltspunkte für den Weinbau.

Die Bibel dokumentiert auch, wie wichtig das Anlegen eines Weinberges war, denn der Besitzer eines Weinberges war bis zur ersten Lese vom Kriegsdienst befreit (Deuteronomium 20,6). Und für die Zeit der Lese wurde gefordert: Wenn du in den Weinberg eines anderen kommst, darfst du so viele Trauben essen, wie du magst, bis du satt bist, nur darfst du nichts in ein Gefäß tun (Deuteronomium 23,25), (eine Regel, die heute leider nicht mehr Gültigkeit hat – R.S.)

Auch als Heilmittel war der Wein bekannt. So macht sich der Apostel Paulus Sorgen um die Gesundheit seines Mitarbeiters Timotheus und rät ihm: Trink nicht nur Wasser, sondern nimm auch etwas Wein, mit Rücksicht auf deinen Magen und deine häufigen Krankheiten.

Häufige Erwähnung findet der Wein auch im Hohelied der Liebe: Wenn er mich doch küsste mit den Küssen seines Mundes, denn besser als Wein ist seine Liebe.

Dichter - Denker - Weingenießer

Von Homer über Walther von der Vogelweide, Shakespeare, Beethoven, Goethe bis hin in die Neuzeit; die Großen dieser Welt liebten und verehrten den Weinon Homer über Walther von der Vogelweide, Shakespeare, Beethoven, Goethe bis hin in die Neuzeit; die Großen dieser Welt liebten und verehrten den Wein.

Homer: "Denn der Wein erneut die Kraft ermüdeter Männer".

Walther von der Vogelweide (hier sein Denkmal in Bozen – wo er übrigens nie gelebt hat!): "Der nicht hat wohl getrunken, der sich übertrinkt". Auch Shakespeare sprach auf seiner rauen Insel dem Wein zu, was seine Landsleute bis heute noch tun. "Guter Wein ist der beste Gesellschafter, und jeder Mensch sollte sich von ihm begeistern lassen".

So sind z. B. alle großen Weinkritiker in Europa Engländer. Eben einer dieser großen Kritiker, Hugh Johnson, äußert sich wie folgt: "Weintrinker sehen gut aus, sind intelligent, sexy und gesund"!

Ein großer Trinker vor dem Herrn war Beethoven. Er soll täglich 2 Flaschen Weißwein und eine Flasche Rotwein getrunken haben. Als er am 26. März 1827 im Sterben lag, brachte der Kanzleidiener des Hofrates Breuning ein Kistchen Wein ins Sterbezimmer und stellt 3 Flaschen auf den Nachtschrank. Als Beethoven die Flaschen sah, sagte er: „Schade!- Schade! -- zu spät“. Das waren die letzten Worte des großen Musikers, er verfiel in Agonie und verstarb kurz danach.

Dass der Wein auch noch in der Moderne seinen Platz behauptet, zeigt Christa Wolf: "Der Wein schimmert grünlich in den alten Gläsern Sie tranken schnell und durstig. Fast augenblicklich wurden sie berauscht".