Würdeburg in Teutschenthal

Würdeburg in Teutschenthal

Die Würdeburg in Teutschenthal wurde um 1600 als Renaissance-Schloss auf dem Gelände einer früheren Burg errichtet, von der keine Reste erhalten sind. Bauherr war Friedrich von Trotha. 1710 erfolgte ein völliger Neubau im Stil des Barock. Schon kurze Zeit danach wurde das Schloss nach dem Tod des Bauherrn verpachtet und 1848 endgültig verkauft. Der neue Rittergutsbesitzer Schmidt führte die Domäne erfolgreich weiter, auch weil auf den Ländereien Kohle gefördert wurde. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kaufte die Familie Wentzel das Anwesen. Diese hatte bereits 1883–1885 das Schloss Teutschenthal errichtet. Wentzel nahm umfangreiche Modernisierungen an den Wirtschaftsgebäuden vor, das Rittergut war damals ein landwirtschaftlicher Großbetrieb. Anfang der 1920er Jahre wurde die Würdeburg nochmals umgebaut. Die Maßnahmen leitete der bekannte hallesche Architekt und Burgenforscher Hermann Wäscher. Während der Zeit des Nationalsozialismus fanden auf der Würdeburg Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik statt, die der Gestapo nicht verborgen blieben. Nach dem Attentat vom 20. Juni 1944 wurde Carl Wentzel verhaftet und zum Tode verurteilt. Von den Nationalsozialisten enteignet, erhielt die Familie Wentzel ihre Besitztümer nach 1945 zurück und wurde nach der Bodenreform wieder enteignet. Das Schloss wurde nun „Volkseigentum“ und beherbergte u. a. eine Zahnarztpraxis und eine Kindertagesstätte . Die landwirtschaftlichen Einrichtungen wurden von der LPG und einer BHG (Bäuerliche Handelsgesellschaft) genutzt. Hier befanden sich u. a. eine Mosterei und zahlreiche Lagerböden. Das sehr baufällige Gebäude wurde leider im Frühjahr 2019 abgerissen.

Ansicht 1944 Ansicht vor dem Abriss Nach dem Abriss